Das war…

… die Segelfreizeit:

Segeln - Leben pur

Wieder einmal haben in der Woche nach Ostern junge und alte, erfahrene und unerfahrene Seglerinnen und Segler 5 schöne Tage in Uitwellingerga zum Segeln verbracht. Dieses Jahr waren wir mit 29 Leuten eine sehr große Gruppe aus Rostock, Siegen, Köln und Solingen. 
In diesen Tagen konnten wir bei wunderbarem und ausnahmsweise sogar ziemlich warmen Wetter viel auf dem Wasser lernen.
Wir sind an drei Tagen mit unseren Jollen in drei verschiedene, schöne holländische Städtchen gesegelt. Dort haben wir uns mit Kibbeling, Pommes oder Eis gestärkt, waren einkaufen und haben die Sonne genossen. Auf jeder der sieben Jollen waren wir zu viert. Mindestens einer der vier war ein erfahrener Segler, ein sogenannter Skipper, der uns anderen das Segeln beigebracht hat. Auch dieses Jahr gab es einige Neulinge, die noch nie auf einem Segelboot waren und nach den drei Tagen doch schon recht sicher segeln konnten. Auch alle anderen haben noch etwas dazugelernt und weitere Erfahrungen sammeln können. Natürlich hatten wir alle auch sehr viel Spaß, ob beim Segeln, Kochen, Spielen, Singen oder Erfrischen im Kanal.

Wie auch im letzten Jahr ist mir nochmal mehr klar geworden wie ähnlich das Segeln dem alltäglichen Leben ist. Denn wie der Spruch "Du kannst den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen" schon sagt, kann man im Leben nicht alles selbst beeinflussen:

Wir haben kurzzeitig die Orientierung verloren, da es überall gleich aus sah, und mussten den Ausgang zum Kanal suchen.
Wir hatten windigere, aufregendere Phasen und Zeiten, in denen uns der Wind aus den Segeln genommen wurde und wir kaum noch voran kamen. Doch auch dann waren wir irgendwann aus dem Windschatten raus und konnten wieder Fahrt aufnehmen, kurz bevor wir stehen geblieben wären.
Wir haben uns auch mal festgefahren im Schilf, hatten Motorenausfälle im Hafen oder sind sogar gekentert, jedoch war immer schnell ein anderes Boot unserer Truppe zur Stelle, welches geholfen hat.
Wir hatten Gegenwind und mussten den Kanal immer wieder kreuzen um ans Ziel zu gelangen.Natürlich war dies langsamer und etwas mühsam, doch es machte einen auch mächtig stolz, wenn man zurück schaut und sieht welche Strecke zurückgelegt wurde, obwohl der Wind von vorne kam. Und all das auch noch ganz ohne Abgase, die unsere Umwelt verpesten.
Doch das wichtigste auf dem Wasser ist eine vertrauensvolle Crew. In kritischen Situationen ist es wichtig, dass man sich auf die anderen verlassen kann, dass sie wissen was zu tun ist. Alleine ist Segeln zwar möglich, aber schön und unkompliziert ist das nicht.
All dies spiegelt sich für mich auch im Leben.

Insgesamt sind wir uns alle ziemlich einig, dass Segeln einfach toll ist.
Ich meine, wobei kann man sich so schnell fortbewegen, ohne die Umwelt zu Verschmutzen und sich körperlich stark anstrengen zu müssen. Außerdem erfährt man auch ein gewisses Gefühl von Freiheit.
Also ich werde auf jeden Fall keine Gelegenheit auslassen, um erneut auf ein Segelboot zu kommen.

Malina Waldmann