Auszeit anders.

Herzlich willkommen zur dritten Auszeit anders.

Ich schaue aus dem Fenster, sehe Sonne und blauen Himmel und denke mit Wehmut und Traurigkeit an den Süden. Der Termin einer geplanten Reise in unser geliebtes Griechenland rückt näher, aber ich weiss: wir werden in Solingen bleiben. Und wann es möglich sein wird, wieder ganz unbefangen Griechenland zu sehen, oder Spanien oder Italien, das kann niemand sagen.

Italienische Orgelmusik war mir in den vergangenen Tagen eine Brücke in die Länder der Sonne und ich lade Sie ein zu einer kleinen Ohrenreise.

Italien ist ein Orgelland mit großer Tradition. Doch die Bauart der Instrumente dort und auch die Art, für sie zu komponieren, weichen in vielen Punkten von dem ab, was wir zum Beispiel aus Deutschland kennen. Gelöstheit, Naivität und Heiterkeit, die uns in den vielen kleinen Sonaten des italienischen Barock begegnen, werden wir in der Literatur unserer Breitengrade kaum finden.
Aber natürlich gibt es in der Orgelmusik Italiens auch die andere Seite: Trauer, Ernst und sogar Tragik. Und diese andere Seite darf angesichts der schockierenden Bilder, die uns aus unseren Urlaubsländern nun schon wochenlang erreichen, heute nicht ausgeblendet werden.

Teilweise bereits beim Aufnehmen (in der kalten Kirche !) kamen mir Bilder und Assoziationen zu den Stücken. Ich habe sie den Titeln vorangesetzt.

START: Toccata XIV von Michelangelo Rossi (1600 bis 1656)

GEBET: Siciliano c-moll von Gaetano Valerj (1760 bis 1822)

DIE SONNE: Andante G-Dur von Baldassare Galuppi (1706 bis 1785)

DIE STILLE: Sonate A-Dur von Domenico Scarlatti (1685 bis 1757)

EINE ART VON TROTZDEM: Sonate g-moll von Domenico Cimarosa (1749 bis 1801)

BIS BALD: Rondo G-Dur von Giuseppe Gherardeschi (1759 bis 1815)

Ich wünsche Ihnen Freude beim Hören, Mitsummen und Mitbeten.
Bleiben Sie behütet.

Herzlich:
Ihr Ludwig Audersch